Virtual Reality Trends 2018

Virtual Reality: Die wichtigsten Trends im Jahr 2018

Die letzten Jahre dienten Virtual Reality Produzenten zum Experimentieren und Ausprobieren. Der Welpenschutz ist jetzt vorbei. Im Jahr 2018 wird die VR-Industrie professioneller und ausgefeilter. Eine Prognose von VRtualX-Gründer Tim B. Frank.

 

Virtual Reality ist ein alter Hut. Und das meine ich in keinster Weise negativ. Im Gegenteil. Als VR-Produzent könnte ich mir etwas Besseres gar nicht wünschen. Immersive Medien sind kein exotisches Gadget mehr, mit dem man bei der Familienfeier Tante Gerlinde und Onkel Ferdinand beeindruckt, sondern sie haben sich einen festen Platz in der Welt der Medien geschaffen. Das bedeutet einerseits, dass wir VR-Produzenten unseren Kunden nicht mehr erklären müssen, warum wir machen, was wir machen. Und warum das, was wir machen einen großen Nutzen hat, denn das wissen sie mittlerweile selbst schon. Andererseits bedeutet es auch, dass wir uns immer neuere und bessere Konzepte überlegen müssen, wie wir Virtual Reality und Augmented Reality nachhaltig spannend machen. Im Jahr 2018 wird sich in dieser Hinsicht viel Neues tun.

Virtual Reality Brillen werden autark

Was Virtual-Reality-Technik betrifft, wird das Jahr 2018 einen Glanzstart hinlegen. So gut wie alle großen Hersteller von VR-Brillen haben angekündigt, grunderneuerte Modelle auf den Markt zu bringen. Man kann ohne Übertreibung sagen, dass es sich dabei um eine gänzlich neue Generation von VR-Brillen handeln wird. Sie sind schlanker, leistungsfähiger und – das ist wohl das wichtigste Merkmal – mobil. Während die derzeit auf dem Markt etablierten Modelle mit einem externen Rechner oder einem Smartphone verbunden sein müssen, um Virtual Reality-Erfahrungen wiederzugeben, werden die neuen Brillen komplett eigenständig funktionieren. „Autarke VR-Brille“ – so lautet das Schlagwort der Stunde.

Oculus hat angekündigt sein neues Modell „Oculus GO“ Anfang 2018 auf den Markt zu bringen. Die Brille ist eine All-in-one-Lösung. Die gesamte notwendige Technik ist direkt in der Brille verbaut. Keine lästigen Kabel müssen angeschlossen werden, um Virtual Reality zu erleben. Laut Angaben auf der Website von Oculus wird das Modell ab 200 US-Dollar zu haben sein.

Auch der Hersteller von HTC Vive hat jüngst in einem geheimniskrämerischen Tweet ein neues Modell angekündigt. Es soll in den kommenden Tagen auf der CES (Consumer Electronics Show), der weltweit größten Fachmesse für Unterhaltungselektronik, in Las Vegas vorgestellt werden. Über die Features, die dieses Modell aufweisen wird, munkelt man in Expertenkreisen bisweilen noch. Erneuerungen wird es allem Anschein nach bei der Auflösung der Displays und der eingebauten Linsen geben, was den bei VR-Brillen derzeit noch üblichen „Fliegengittereffekt“ beseitigen würde.

Professionelleres Storytelling

Abseits der technischen Neuerungen werden wir außerdem eine rasante Professionalisierung des VR-Storytellings erleben. In den vergangenen beiden Jahren galten immersive Medien noch als Neuheit. Die Technik alleine hatte bereits genug Strahlkraft, um ungenaues oder langatmiges Storytelling zu übertönen. VR-Produzenten genossen in gewisser Weise Welpenschutz. Mittlerweile hat sich die Technik soweit etabliert, dass man mit ihr alleine nicht mehr beeindrucken kann. Punkten muss man daher mit gut aufbereiteten, professionell produzierten Inhalten. Im Jahr 2018 werden wir also massive Qualitätsverbesserungen im Aufbau der VR-Geschichten sehen.

Wissenschaft

Die Etablierung immersiver Medien in unserer Gesellschaft ruft natürlich auch die Wissenschaft auf den Plan. Welche Auswirkungen hat VR-Nutzung auf den menschlichen Körper? Auf das Gedächtnis? Auf die Wahrnehmung? Wie kann VR in Therapiesituationen eingesetzt werden? Die neue Technik wirft relevante Fragen auf, die die Wissenschaft beantwortet wissen will. In 2018 können wir erwarten, dass sich vermehrt wissenschaftliche Studien mit dem Thema auseinandersetzen werden, wovon wiederum wir VR-Produzenten profitieren werden.

Immersive Medien im Bildungsbereich

In Ansätzen werden wir 2018 erleben, wie immersive Medien einen immer größeren Einfluss in den Bereichen Ausbildung und Training spielen werden. In der Luft- und Schifffahrt werden immersive Medien in Form von Simulatoren schon lange eingesetzt (siehe dazu unsere Podcast Folge über den Schifffsimulator im Maritimen Zentrum der Hochschule Flensburg). Auch andere Bildungsbereiche werden sich immersiver Medien annehmen.

Augmented Reality im Alltag

Tim B. Frank, VRtual X Gründer

Schließlich wird im neuen Jahr auch die Nutzung von Augmented Reality im Alltag zunehmen. Dies werden wir zwar vorerst nur in Ansätzen wahrnehmen, dennoch ist es ein eindeutiger Trend der sich jetzt schon abzeichnet. Wir werden beispielsweise sehen, dass diverse Firmen für ihre Produkte eigene AR-Apps entwickeln, die den Kunden etwa in der Bedienung oder Zusammensetzung der Produkte behilflich ist. Vorstellbar ist etwa eine AR-App, mit deren Hilfe man ein Regal zusammenbauen, Abflussrohre säubern oder selbständig einen Ölwechsel vornehmen kann. Die Integrierbarkeit von Augented Reality im Alltag ist ungemein größer, als die von Virtual Reality. Für Virtual Reality muss man Platz und Zeit einräumen. Augmented Reality kann im Alltag nebenbei verwendet werden. Im Auto, auf dem Fahrrad, im Büro. Augmented Reality erweitert unseren Alltag, Virtual Reality verändert ihn.

 

2018 wird mit Sicherheit ein spannendes Jahr. Wir freuen uns auf alles was kommt!

 

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