Virtual Reality für die Nase

VR-NEWS: Virtual Reality für die Nase

Bislang waren Virtual Reality und 360°-Filme in erster Line ein Erlebnis für die Augen. Langsam aber sicher entwickelt sich ein Markt für VR-Gadgets für die Nase. Eine Bestandsaufnahme.

Die Virtual-Reality-Welt ist in stetigem Wandel. Sie wächst, gedeiht und verändert sich ständig. Einige Entwickler sind momentan dabei, Geruchs-VR auf dem Markt zu etablieren. Die visuelle und auditive Stimulation, die man bislang über VR-Headsets bekommt, soll nun um olfaktorische und andere physische Elemente erweitert werden. Im Folgenden haben wir eine Liste an teils sehr vielversprechenden, teils etwas seltsamen Geräten zusammengetragen, denen wir in Zukunft vielleicht öfter begegnen werden.

Olorama

Mit dem Olorama-System wird außerdem eine Software mitgeliefert, mit der man selbst Videodateien mit denSprühstößen synchronisieren kann. Außerdem stellt das Unternehmen Olorama-Plug-ins für die 3D-Engines Unity und Unreal zur Verfügung. Damit können Spiele- und VR-Entwickler Gerüche in ihre Titel einbauen. Das preisgünstigste Olorama-System mit einer Abdeckung von 14 Quadratmetern kostet im firmeneigenen Online-Shop 1600 Euro. Will man größere Bereiche bespielen, kann man zusätzliche „WADs“ (Wireless Aromatizing Devices) bestellen. Olorama ist zurzeit das einzige System, das auf dem Markt erhältlich ist. Alle anderen Produkte sind bislang nur als Pre-Order zu bekommen.

FeelReal – die multisensorische VR-Brille bzw. VR-Maske

Diese Maske bietet nicht nur Geruch, sondern eine ganze Reihe an physischen Stimulationen wie Wärme, Wasserdampf, Vibration, Wind etc. Im Gegensatz zu dem Olorama-System, verwendet man sie ausschließlich in Kombination mit VR-Brillen.  Sie ist kompatibel mit Oculus Rift, Samsung Gear VR, PlayStation VR und Zeiss VR One. In dem Gehäuse sind Lüfter (für warmen und kalten Luftstrom), ein Wasservernebler, ein Mikrofon und zwei Vibrationsmotoren verbaut. Für die Geruchssimulation besitzt die Maske eine herausnehmbare Patrone, in die bis zu neun verschiedene Gerüche eingesetzt werden können. Auf der Website von FeelReal kann man das Gerät bislang nur vorbestellen.

Vasqo VR

Dieser Geruchsdispenser wurde von einem Start-Up aus Tokio entwickelt. Er soll VR-Erlebnisse um Gerüche erweitern. Er ist etwa so groß wie ein Schokoriegel und wird mittels Magneten an einer VR-Brille fixiert. Kompatibel ist dieses Gerät mit Oculus, Vive und PlayStation VR. Das kompakte Gerät kann drei Kartuschen mit unterschiedlichen Gerüchen fassen und mehrere Düfte gleichzeitig abgeben – vom Schiesspulvergestank bis zum Pfirsicharoma. Geplant ist laut einem Bericht der japanischen «Otaku News», das Fassungsvermögen auf fünf bis zehn Gerüche zu erhöhen. Mini-Ventilatoren sorgen für die Verteilung der Gerüche. Auch die Intensität ist steuerbar. Nähert sich der User im virtuellen Raum einem Objekt, rotiert der Ventilator schneller, um den Geruchseindruck zu verstärken. Das Gerät ist derzeit noch in der Prototypphase.

Nosulus Rift

Diese Brille für die Nase wurde von Ubisoft für das Videospiel South Park: The Fractured But Whole entwickelt. Vermutlich in erster Linie ein PR-Gag, um das Videospiel zu vermarkten. Es ging darum, den Spielern ein immersives Erlebnis zu geben, indem die Maske direkt unter der Nase der Spieler Gerüche simuliert. Im konkreten Fall geht es um Furzgeruch. Und zwar nur um den Furzgeruch. Denn der Furz ist ein zentrales Gameplay-Element: Man kann furzen um sich fortzubewegen, um zu kämpfen usw. Das Gerät kann man derzeit nur auf Spielemessen ausprobieren. Es gibt bislang auch nur das eine Spiel, mit dem Nosulus kompatibel ist.

Auf der Website von Ubisoft sieht man in einem vielleicht nicht ganz so ernstgemeinten Video, wie die Entwicklung dieses Geräts aussah. Professionelle Parfümeure erzählen darin, wie schwierig es war den perfekten Furz künstlich zu rekreieren. Auf Parties ist dieses Teil möglicherweise ein lustiger Gag, aber ob es sich für den regelmäßigen Gebrauch durchsetzen wird, bleibt zunächst fraglich.

OhRoma

Diese Geruchsmaske kommt aus der Pornoindustrie. Sie soll den Benutzern ein immersives Erotikerlebnis bieten. Optisch ist es mit Sicherheit nicht das eleganteste Gerät. Denn es erinnert doch sehr stark eine Atemschutzmaske, wie sie die Feuerwehr verwendet. Jede Maske hat zwei auswechselbare Kartuschen, in die man jeweils drei „Geruchspatronen“ setzen kann. Die verfügbaren Gerüche sind, ihrem Einsatzgebiet entsprechend, sehr speziell. Sie reichen von „Höschengeruch“, „Körpergeruch“ bis „aphrodisierendem Geruch“. Entwickelt wurde das Gerät von der Firma CamSoda. Bislang sind nur Vorbestellungen möglich.

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