Virtual Reality-Recherche Orlando

Recherchereise durch die USA (Teil 1): Disney, der Meister der Immersion

Einige Wochen lang war VRtual X-Gründer Tim B. Frank für eine Virtual-Reality-Recherche in den USA unterwegs, um sich dort die spannendsten Virtual-Reality-Installationen anzusehen, Kunden zu treffen und sich mit anderen Entwicklern auszutauschen. In dieser Blogreihe erzählt er von seinen Eindrücken. 

 

von Tim.B. Frank

 

Orlando, Florida – Disney ist wohl der Märchenerzähler überhaupt. Eine recht neue Attraktion im Walt Disney World Resort in Orlando ist der „Pandora Erlebnisspark“. Er knüpft thematisch an den Kinofilm „Avatar“ an.

 

Wir warten zwei Stunden in einer Schlange, um eine immersive Attraktion in dem Park mitzumachen: Den Flug mit einem „Banshee“, einem dinosaurierähnlichen Flugtier. Unsere Wartezeit ist noch recht kurz, denn in der Hauptsaison sind fünf Stunden normal, die von den Besuchern auch gerne in Kauf genommen werden. Denn das Warten lohnt sich: In dem Vorführraum warten 16 motorradähnliche Fahrgestelle auf uns. Es gibt keine VR-Brillen, sondern 3D-Brillen für große Panorama Leinwände, auf denen die Filme gezeigt werden.

 

Unser Banshee fliegt mit uns durch Pandoras Landschaften. Die Attrappe, auf der wir sitzen, macht die Bewegungen perfekt mit: steile Flüge fühlen sich dynamisch an, man spürt, wie der Körper des Tieres atmet und seine Rufe scheinen aus dem Inneren seines Körpers zwischen unseren Beinen zu kommen. Außerdem hat jede Landschaft ihren eigenen, charakteristischen Geruch. Inhaltlich passiert eigentlich nicht viel, aber das Erlebnis ist maximal immersiv. Technisch und graphisch ist das Erlebnis in Perfektion umgesetzt und vom Wartebereich bis zum Ausgang komplett ohne Bruch gestaltet. Gerade der Wartebereich ist interessant umgesetzt.

 

In die Handlung eintauchen
Was man hier als VR-Entwickler lernen kann, ist klar: eine immersive Installation funktioniert am besten, wenn sie von Anfang bis Ende perfekt durchdacht und konsequent umgesetzt ist. Man muss gänzlich in die Handlung eintauchen können und das beginnt bereits vor der Hauptattraktion selbst. Der Wartebereich ist fast genau so wichtig wie die Show selbst. Alle Elemente müssen ohne inhaltlichen Bruch zueinander passen. Fünf Stunden Warten, um ein 15-Minuten-Erlebnis mitzumachen, wird von den Besuchern ohne Murren hingenommen, wenn das Gesamtkonzept stimmt und die Show ein Kribbeln im Bauch hinterlässt.

 

Disney ist der Goldstandard. Der Konzern beschäftigt die besten Experten und hat mit der Anbindung an die High-End-Kinoproduktion Möglichkeiten, die anderen Produzenten nicht zur Verfügung stehen. Aber ich denke auch, dass man mit weniger Möglichkeiten, aber mit guten und konsequent umgesetzten Konzepten, vergleichbare Ergebnisse erzielen kann. Man muss den Besuchern die Möglichkeit zum Träumen geben und darf diesen Traum nicht unterbrechen.

 

Der Wartebereich

Der Flug

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