VR-Erfahrung Was wollen Sie in Berlin

VR-NEWS: VR-Erfahrung für Deutschen Reporterpreis nominiert

Unsere Blogreihe VR-News informiert regelmäßig über Neues, Spannendes und Wissenswertes aus der Virtual Reality-Welt. 

 

Die VR-Erfahrung „Was wollten Sie in Berlin?“ zeigt ein Stasi-Verhör aus der Perspektive eines Häftlings. Sie transportiert die Zuschauer in eine andere Welt und andere Zeit. Nun wurde sie für einen der renommiertesten Journalistenpreise des Landes nominiert.

Der Deutsche Reporterpreis zeichnet jedes Jahr herausragende journalistische Projekte aus. In diesem Jahr hat auch eine Virtual-Reality-Erfahrung die Aufmerksamkeit der Jury auf sich gelenkt. Die VR-Erfahrung „Was wollten Sie in Berlin“ erzählt die Geschichte eines Stasi-Verhörs aus der Sicht eines Häftlings. Die Zuschauer durchlaufen alle Stationen, die ein Stasi-Gefangener auch hatte. Es ist verstörend, spannend und informativ zugleich.

Die VR-Erfahrung wurde den zwei IntoVR-Autoren Martin Heller und Christiane Wittenbecher gemeinsam mit dem Journalisten Michael Ginsburg produziert. IntoVR ist ein Zusammenschluss von VR-Journalisten und –Produzenten, die für verschiedene Kunden im Medienbereich im Einsatz sind.  Die Geschichte bewegt sich an der Schnittstelle zwischen Fakten und Fiction – „Faction“ nennt man diese Mischform. Sie basiert auf historisch korrekten Fakten, stützt sich auf tatsächlich dokumentierte Gesprächsprotokolle, Zeitzeugenaussagen und andere Aufzeichnungen, wurde aber im Produktionsprozess zu einem VR-Drehbuchverarbeitet und mit Schauspielern dargestellt.

Würdigung des VR-Journalismus

Das Videoprojekt wurde in der Berliner Gedenkstätte Hohenschönhausen umgesetzt und geht über ein klassisches 360°-Video hinaus. Ziel war es, den Zuschauern Gefühle zu vermitteln. Sie richtig in die Situation eintauchen zu lassen. Die Beklemmung des Stasi-Psychoterrors zu spüren. „Diese Geschichte eignet sich ganz besonders für immersiven Videojournalismus, weil wir Menschen hier nicht nur an einen anderen Ort ‚teleportieren’ können, sondern auch in eine andere Zeit“, sagt Martin Heller, der für die Kameraarbeit bei dem 360°-Projekt verantwortlich war. Wie fühlt es sich an, von einem Stasi-Beamten angeschrien und erniedrigt zu werden? Wie fühlt man sich einer Gefängniszelle? Wenn man vom Zellennachbarn ausspioniert wird? Für Fragestellungen wie diese eignet sich kein Medium besser als Virtual Reality. „Diese Nominierung – das ist für uns als Journalisten eine Riesenehre“, sagt Martin Heller. Sie ist auch eine „Würdigung der Form des Virtual-Reality-Journalismus insgesamt, dieser jungen Disziplin, die noch so viel Potential hat.“

Der Deutsche Reporterpreis

Aus 1612 eingereichten Arbeiten haben die 95 Vorjuroren in den zwölf Kategorien insgesamt 112 Texte und Projekte nominiert. Der Deutsche Reporterpreis wird vom Reporter-Forum e.V., einem Netzwerk deutscher Printjournalisten, für herausragende Reportagen in unterschiedlichen Medien verliehen. Er wurde erstmals im Dezember 2009 verliehen und gilt inzwischen als einer der angesehensten Journalistenpreise. Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen ist er nicht themengebunden, wird aber in unterschiedlichen Kategorien vergeben. Sowohl der Preis als auch das Reporter-Forum werden finanziell unterstützt von der Rudolf Augstein Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Augustinum Gruppe. Der Preis wird am 11. Dezember in einer Gala in Berlin vergeben.

Comments are closed.