VR Produktion deutscher Reporterpreis

VR-NEWS: Deutscher Reporterpreis 2017 geht an Berliner VR-StartUp

Unsere Blogreihe VR-News informiert regelmäßig über Neues, Spannendes und Wissenswertes aus der Virtual Reality-Welt. 
Für seine historische VR-Dokumentation „Was wollen Sie in Berlin?“ erhielt das Berliner VR-StartUp IntoVR den Deutschen Reporterpreis 2017. Ein Meilenstein für den VR-Journalismus.

Kaum ein Medium gibt es wohl zurzeit, das historische Momente besser einzufangen versteht, als Virtual Reality. Während der Zuschauer bei klassischen historischen Dokumentarfilmen schlicht Zuschauer bleibt, rückt er in Virtual Reality selbst ins Zentrum des Geschehens. Er sieht nicht, er erlebt. Mit allem was dazugehört: Angst, Beklemmung, Verzweiflung, Hilflosigkeit.

Der VR-Produktion „Was wollen Sie in Berlin?“ ist das Einfangen der Geschichte auf sensationelle Weise gelungen. Die VR-Erfahrung wurde von den zwei IntoVR-Autoren Martin Heller und Christiane Wittenbecher gemeinsam mit dem Journalisten Michael Ginsburg produziert. In ihrer Dokumentation durchläuft der Zuschauer die Stationen eines Stasi-Verhörs in all ihrer Intensität: Er wird ausgefragt, angebrüllt, gedemütigt und schließlich in eine Zelle gesperrt. Eine Erfahrung die unter die Haut geht. Die Dokumentation hält sich an historisch korrekte Fakten. Sie basiert auf Gesprächsprotokollen und Zeugenaussagen aus der DDR-Zeit, wurde aber in der Produktion in ein Drehbuch umgewandelt und von Schauspielern inszeniert. „Faction“ nennt man dieses Genre.

„Journalismus ist noch nicht fertig“

Vergangenen Montag, am 11. Dezember 2017, wurde die Doku mit dem Deutschen Reporterpreis 2017 in der Kategorie Webvideo gewürdigt. Ebenfalls nominiert waren Produktionen des ZDF, SPIEGEL und VICE. In seiner Laudation sagte der Moderator und Blogger Richard Gutjahr: „Dieser Nominierte schafft die Quadratur des Kreises. Die Macher katapultieren uns nicht nur in die Vergangenheit und lehren uns etwas über die jüngere deutsche Geschichte, sondern sie katapultieren uns auch in die Zukunft und lassen uns zumindest erahnen, dass der Journalismus vielleicht noch nicht fertig ist, sondern um neue Genres erweitert werden kann“. Claus Kleber (ZDF), der den Abend moderierte, ging bei der Übergabe des Preises noch weiter: „Es ist – nicht nur, weil es VR, also 360 Grad ist, sondern allemal – eine neue Dimension des Journalismus.“

Aus 1612 eingereichten Arbeiten haben die 95 Vorjuroren in den zwölf Kategorien insgesamt 112 Texte und Projekte nominiert. Der Deutsche Reporterpreis wird vom Reporter-Forum e.V., einem Netzwerk deutscher Printjournalisten, für herausragende Reportagen in unterschiedlichen Medien verliehen. Er wurde erstmals im Dezember 2009 verliehen und gilt inzwischen als einer der angesehensten Journalistenpreise. Im Gegensatz zu vielen anderen Auszeichnungen ist er nicht themengebunden, wird aber in unterschiedlichen Kategorien vergeben. Sowohl der Preis als auch das Reporter-Forum werden finanziell unterstützt von der Rudolf Augstein Stiftung, der Robert Bosch Stiftung und der Augustinum Gruppe.

Das Medien-Startup IntoVR ist im April 2016 in Berlin gegründet, als GmbH eingetragen und unabhängig: Dank bislang rund 100 unterschiedlichen Projekten für Kunden arbeitet IntoVR profitabel und wächst aus eigener Kraft.

 

Comments are closed.