VR-NEWS: Getty Images plant Erfassung historischer Bilder mit Virtual Reality

Stereoskopische Bilder schufen schon Mitte des 19. Jahrhunderts eine Art von Immersion. Die Bildagentur Getty Images will nun gemeinsam mit Google die alten Bilder digitalisieren und mittels VR-Technik in die Gegenwart holen.

Bereits im 19. Jahrhundert gab es so etwas wie eine VR-Brille. Man nannte sie Stereoskop. Ihr Erfinder war der schottische Physiker Sir David Brewster. Die ersten Modelle dieser Brille entwickelte er bereits 1849, sie stellten sich allerdings schnell als kommerzieller Flopp heraus. Als jedoch die zweite Generation dieser Brillen auf einer Industrieausstellung 1851 die Aufmerksamkeit der Königin Viktoria erregte, kam es zum Durchbruch. Stereoskope waren schon bald in ganz Europa verbreitet.

StereoskopDurch ein Stereoskop konnte man Bilder ansehen und dabei einen Hauch von Immersion erleben. Die Bilder, die für das Stereoskop verwendet wurden, mussten auf eine spezielle Weise aufgenommen werden: Zwei separate Fotografien nebeneinander aufgenommen. Diese beiden Bilder setzte man dann jeweils vor eine Linse des Stereoskops, wodurch der Eindruck von räumlicher Tiefe entstand. Im Grunde genommen die gleiche Technik, die sich auch die heutigen VR-Brillen zu Nutzen machen.

Mit Virtual Reality in die Vergangenheit

Die Bildagentur Getty Images besitzt rund 15.000 stereoskopischer Bilder in ihren Archiven. Nun möchte sie diese Bilder digitalisieren und sie mittels Virtual Reality-Technik darstellen. Partner in diesem Großprojekt ist Google. Ziel ist es, diese wertvollen Zeitdokumente zu konservieren und sie einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Vor einigen Jahren noch wäre das ein eher sinnloses Unterfangen gewesen. Aber heute, wo beinahe jeder ein Smartphone in der Tasche trägt, können viele davon profitieren.

“Das Bildmaterial wird nicht verloren gehen. Wir können die Bilder mit Googles VR-Brillen ansehen und sie auf diese Weise in die Gegenwart holen”, sagt Anthony Holland Parkin, Leiter der VR-Abteilung bei Getty Images. Die Fotografien zeigen unter anderem das historische London und Gruselbilder, aus denen Geister hervorragen. Für Parkin ist es faszinierend, wie ähnlich sich die heutige VR-Technik und die damalige Stereoskopie sind. „Stereoskopie schuf eine immersive Erfahrung,“ erzählt er gegenüber CNBC. „Ein Stereoskop von damals sieht einem Google Cardboard von heute ziemlich ähnlich. Im Grunde war es ein Vorläufer davon.“


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