Canetroller für Virtual Reality

VR-NEWS: Virtual Reality für sehbehinderte Menschen

Der „virtuelle Blindenstock“ von Microsoft öffnet virtuelle Räume für sehbehinderte Menschen. Ein erster Schritt in Richtung Barrierefreiheit in Virtual Reality.

Bislang richtete sich Virtual Reality und Augmented Reality ausschließlich an sehende Menschen. Mit VR-Brillen erhalten User visuelle Informationen, durch die sich vor ihren Augen eine virtuelle Welt offenbart. Eine Forschungsgruppe der Firma Microsoft hat nun ein Gerät entwickelt, mit dessen Hilfe sich auch sehbehinderte Menschen in der virtuellen Realität bewegen können.

Das Gerät nennt sich „Canetroller“, ein Schachtelwort bestehend aus cane, der englischen Bezeichnung für (Blinden-)Stock, und controller. Blinde und sehbehinderte Menschen sollen damit virtuelle Räume auskundschaften können. Der Canetroller besteht aus einem Holzstock, der beliebig verlängert werden kann, einem Zugmechanismus, der den Ausschlag des realen Stocks steuert und einem Sensor für die präzise Raumerfassung. Wie ein klassischer Controller, der auch in Verbindung mit VR-Brillen eingesetzt wird, liefert der Canetroller haptisches Feedback, an dem sich die User orientieren und den virtuellen Raum ertasten können.

Drei Arten von Feedback

Der Canetroller liefert drei verschiedene Arten von Feedback: Erstens lässt sich über den Canetroller physikalischer Widerstand simulieren. Durch einen Seilzugmechanismus entstehen horizontale Gegenkräfte, wenn der User mit dem Stock auf einen digitalen Gegenstand trifft.  Zweitens liefert er akustisches Feedback. Über Kopfhörer nehmen die User Geräusche wahr, wenn der Stock digitale Gegenstände berührt. Das hohle Geräusch eines Mülleimers klingt anders als das Klopfen auf eine Metallstange. Drittens vermittelt der Canetroller Feedback in Form von Vibrationen. Je nachdem welche Oberfläche der Stock berührt, unterscheidet sich die Art der Vibration. Der Canetroller ist dabei so sensibel, dass User verschiedene Oberflächen wie Holz, Teppichboden oder Straßenbelag problemlos voneinander unterscheiden oder zum Beispiel virtuelle Bodenwellen eines Fußgängerüberganges ertasten können.

Laut Forschern könne der virtuelle Blindenstock in Orientierungs- und Mobilitätstrainings eingesetzt werden. Ausführliche Informationen bietet das öffentlich zugängliche Research-Paper von Microsoft. Folgendes Video veranschaulicht die Verwendung des Canetrollers:

 

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