NDR 360°-Dokumentation »Am offenen Herzen«

Gemeinsam mit dem NDR produzierten wir die einzigartige 360°-Dokumentation »Am offenen Herzen«. Sie begleitet einen Patienten bei seiner Herzoperation und spielt mit neuen Erzählformen.

Neue Erzählformen mit interaktiven 360°-Videos

Das Projekt ist nicht mehr nur ein linearer Film, der abgespielt wird, sondern das gesamte Projekt wurde in einem interaktiven Player entwickelt. Damit entsteht eine neue, moderne Erzählform. Die gesamte Dokumentation wurde in mehrere eigenständige Kapitel unterteilt. Der Zuschauer kann selbst entscheiden, welche Elemente er sehen möchte und welche nicht. Über eine einfache Navigation kann er genau das ansteuern, was ihn interessiert.

Außerdem werden in dem 360°-Video Buttons eingeblendet. Aktiviert der Benutzer diese, pausiert das 360°-Video und er bekommt weitere Inhalte angezeigt. Das sind Texte, Fotos oder Interviews mit dem Patienten und den Ärzten. Der Zuschauer kann auch hier selbst wählen, wie weit er in das Thema einsteigen möchte: Wenn er alles wissen möchte, kann er die volle Laufzeit aller Inhalte anschauen. Oder wenn er nur einen Überblick bekommen möchte, dann schaut er sich nur die Highlights an. Die meisten Zuschauer bewegen sich unserer Erfahrung nach irgendwo in der Mitte und konsumieren in etwa die Hälfte des angebotenen Contents. Wobei jeder eine eigene Wahl trifft.

Neue Maße zur Erfolgsmessung

Das ist unserer Meinung nach die neue, moderne Erzählform. Damit müssen aber auch andere Erfolgsmesser eingeführt werden als bisher: Im TV zählen die Einschaltquoten als Maß aller Dinge. Bei Onlinevideos sind es Klick- und Abbruchzahlen. All diese Kennzahlen sind bei interaktiven Projekten wie »Am offenen Herzen« nicht zielführend. Wir denken, dass die »durchschnittliche Verweildauer« ein guter Indikator ist: Wenn die Gesamtspieldauer aller angebotenen Medien bspw. eine Stunde beträgt und die Basisinhalte zehn Minuten betragen, dann wäre eine durchschnittliche Nutzungszeit zwischen 25 und 35 Minuten ein guter Wert. Denn dann wurde so viel Content bereitgestellt, dass für jeden Benutzer etwas dabei war.

Dabei sind natürlich unterschiedliche Zielgruppen berücksichtig: in unserem Beispiel interessieren sich Ärzte für andere Themen als Patienten. Wenn die Ärzte alle Inhalte mit (nur) für Ärzte relevanten Themen und die Patienten für sie relevanten Themen konsumieren, kommen wir auf eine durchschnittliche Nutzung von 50% der Zusatzinhalte pro Person — und damit einen erstrebenswerten Wert.

Nominierung zum Henri-Nannen-Preis

Das Projekt ist in der Öffentlichkeit sehr gut angekommen. Ein Benutzer hat einen Kommentar dazu geschrieben, der uns als Entwickler von neuen Erzählformen ganz besonders gefreut hat: »Wenn so die Berichterstattung der Zukunft bei den Öffentlich-rechtlichen aussieht, bin ich gerne dazu bereit meine Gebühren zu zahlen.«

Für diesen innovativen Ansatz wurde »Am offenen Herzen« 2017 für den Henri-Nannen-Preis, einen der bedeutendsten Journalistenpreise Deutschlands, nominiert.

Ein Bericht und das Projekt selbst sind zu sehen auf der Website des NDR.

Mehr Infos zu dieser Produktion finden Sie in unserem Blog.

Ein Ausschnitt aus der interaktiven Anwendung abgefilmt. Das interaktive Projekt ist hier zu erleben.